Gäst:innen und Referent:innen

Gäst:innen

Wir haben Filmschaffende, Musiker:innen, Referent:innen und andere Gäst:innen aus Nah und Fern aufs Festival eingeladen.
Diese Menschen sind zu Gast beim Werdauer Filmfest „Kino Central“

Adama Vitale Melodien und erdende Rhythmen verschmelzen in Adamas einzigartigem Live-Set, dass von experimenteller Freiheit und Improvisation geprägt ist. Adama erschafft eine neue Klangwelt, die sie “Afro Fusion” nennt. Hier finden verschiedene Kulturen, individuelle und gesellschaftliche Perspektiven zusammen. Adama ist außerdem Teil der Band Atafrava. 

AfroTech Kollektiv Das AfroTech Kollektiv aus Halle (Saale) ist ein Kultur- und Musikprojekt, das sich auf elektronische Tanzmusik, Afrobeats, Afrohouse, Amapiano und afrikanische Trommelkunst spezialisiert hat. DJ Kukuma wird das Kollektiv in Werdau representen! 
 

Anne Munke ist alleinerziehende Mutter eines Sohnes und ostdeutsch sozialisiert. Als Veranstaltungsmanagerin im Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex in Chemnitz kuratierte sie in den letzten beiden Jahren die Filmreihen Im Fokus: rechter Terror und Jüdisches und migrantisches Leben in (Ost)Deutschland. Mit unterschiedlichen Medienformaten schafft sie niedrigschwellige Zugänge zur Ausstellung im NSU-Dokuzentrum. Dabei versucht sie, die Stimmen und Perspektiven von Menschen mit Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen sicht- und hörbar zu machen. Eine Frage, die Anne dabei immer wieder begleitet: Wer erzählt wessen Geschichte, und wie gestalten wir das Erinnern gemeinsam?

ANOTHER NGUYEN ist eine der prägenden Stimmen der viet-deutschen Diaspora und verbindet empowernden Elektropop mit emotionaler Tiefe. Mit ihrer dynamischen und zugleich zarten Stimme bewegt sie sich zwischen Kraft und Verletzlichkeit und schafft es, ihr Publikum unmittelbar zu berühren. Ihre Songs erzählen von Identität, Zugehörigkeit, Liebe und der Suche nach dem eigenen Platz in der Welt. 

Amelie wohnt in Werdau und besucht dort die 8. Klasse des Gymnasiums. Sie kommt ursprünglich aus Greiz in Thüringen. Amelies Lieblingsfilm ist „Voicemails for Isabelle“. Ihre Verbindung zum Film entstand durch die Schule. Hier durfte sie nicht nur einen eigenen Film mitdrehen, sondern auch mitspielen und so erste Erfahrungen vor der Kamera sammeln. 

Brenda Akele Jorde (1993, Hamburg, Deutschland) begann sich während ihres Studiums der Medienwissenschaften an der Universität Potsdam für Dokumentarfilm zu interessieren. Ihr Abschlussprojekt war der Kurzporträtfilm „VA-BENE“, der weltweit auf Festivals gezeigt wurde und sie darin bestärkte, eine Karriere als Dokumentarfilmerin anzustreben. Von 2018- 2022 studierte sie Dokumentarfilmregie (MA) an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und drehte A WAY OF BREATHING (2020) im Iran und STICK OF JOY (2020) in Berlin. Ihre bisherigen Filme beschäftigen sich mit Selbstermächtigung durch Kunst, Queerness oder den Auswirkungen von Migration auf das Individuum. THE HOMES WE CARRY ist ihr Dokumentarfilmdebüt und Abschlussprojekt an der Universität. Brenda arbeitet auch auf Filmfestivals in Berlin und als Zirkuspädagogin in sozialen Einrichtungen.

Bùi Thị Minh Hạnh geboren am 10.06.1957 in Hanoi/Vietnam. Kam im März 1975 mit dem Zug über China, Russland, Weißrussland und Polen nach Ostberlin/in die DDR und machte eine Ausbildung bei Carl Zeiss bis 1978. Lehrte 1978 zurück nach Vietnam und arbeitete in einer Augenklinik. 1990 flog sie mit Fungi und ihrer Schwester wieder zurück nach Deutschland. Arbeitete erst bei EGE, dann auf dem Markt, dann in ihrem Restaurant, danach in ihrem Obst- und Gemüseladen. Seit 2023 ist sie in Rente. 

Câu Lạc Bộ Vui Khỏe – Vietnamesischer Glücklich&Gesund Club 
Câu Lạc Bộ Vui Khỏe – zu Deutsch “Club Glücklich&Gesund” – ist eine Initiative vietnamesischer Frauen in Werdau, Zwickau und Umgebung. Sie treffen sich regelmäßig, um gemeinsam ihre Freude am Tanzen zu teilen. Gelegentlich teilen sie auch einige ihrer Tänze auf der Bühne, wie für uns zur Eröffnung und zum Abschluss unseres Filmfests “Kino Central”.

Chana Dischereit-Freundlich studierte an den Universitäten in Heidelberg und Berlin. Nach ihrem Masterabschluss in Zukunftsforschung nahm sie ihre Arbeit beim Landesverband Deutscher Sinti und Roma in Baden-Württemberg als Referentin auf. Sie war Teil des kuratorischen Komitees Tribunal NSU-Komplex auflösen, das 2017 im Schauspiel Köln, 2018 in der Kunsthalle Mannheim und 2022 im Staatstheater Nürnberg an die Öffentlichkeit trat. Sie wirkte an dem Dokumentarfilm „Mein illegales Leben“ (2024) mit, der sich ihrer Familiengeschichte widmet. 2024 veröffentlichte sie die Video-Installation „Deutsches Judentum ist eine Packung Matzemehl„, die u.a im Jüdischen Museum München zu sehen war (2025-2026). 

DJ y.soni Nicht stingy mit dem Genre, dafür picky mit den Vibes: y.soni sucht Sounds aus aller Welt für ein well-blended Set. Explore the world sonically and have a good time whilst living it.

Đô Đưc Trọng ist in Riesa geboren. Als Ossi of Color initiierte er 2021 das Postmigrantische Radio und sammelt Stimmen, die sich täglich für das solidarische Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft einsetzen. Mit der Initiative „Riesa für Alle“ macht er Solidarität auch jenseits der Großstädte sichtbar. Aktuell arbeitet er als Pilot-Standortleiter in Riesa daran, die gesellschaftliche Teilhabe internationaler Fachkräfte im Gesundheitssystem zu stärken. 

Dresdner Brüder 2020 gründete sich die Band Dresdner Brüder. Sie sind ehemalige Vertragsarbeiter, Azubis und Studierende der DDR. Sie kommen aus Mosambik, Vietnam, Venezuela und der DDR. Die Musik ist, was ihre Vergangenheit und Gegenwart verbinden. Sie singen in verschiedenen Genres und Sprachen: Vietnamesisch, Deutsch, Spanisch, Englisch, … denn wie auch sie kennt ihre Musik keine Grenzen. 

Enna ist 13 Jahre alt und besucht in Werdau die 8. Klasse des Gymnasiums. Sie kommt ursprünglich aus Zeulenroda in Thüringen und ist mit drei Jahren nach Werdau gezogen. Die Verbindung zum Film entstand vor zwei Jahren, als sie in der Schule in einem Film mitdrehte. Enna liebt Musik und ihr Lieblingsfilm ist “Ruf der Wildnis”.  

Esther Zimmering ist Schauspielerin und Filmemacherin. Für das Jüdische Museum Berlin hat sie sich auf die Spuren ihrer jüdischen Familie in der DDR begeben. Entstanden ist der sehr persönliche Dokumentarfilm Komm, wir fliegen übers Brandenburger Tor! Anhand von Interviews, Fotos und Familienfilmen webt Esther Zimmering ein dichtes Porträt, das gleichzeitig die komplexe Geschichte der Jüdinnen und Juden in der DDR aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Hiền Nguyễn aufgewachsen in Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern, lebt seit seinem 19. Lebensjahr in Berlin. Seine filmischen Arbeiten wurden auf nationalen und internationalen Filmfestivals gezeigt und ausgezeichnet sowie im Rahmen von Filmbildungsprogrammen und Workshops für Schulklassen präsentiert. Seit 2024 studiert er an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. 

Nachdem Huy Nguyễn sein Jurastudium absolvierte, arbeitete er in einer Kanzlei für Asyl- und Aufenthaltsrecht in Berlin. Danach nahm er ein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakadamie auf. Zuhause ist dort, wo die Sternfrüchte sauer sind ist sein erster Kurzfilm in Regieverantwortung. 

Ingrid Deichsel ist in Ostdeutschland, in der DDR groß geworden, die Zeit in der sie auch Sarah’s Papa kennengelernt hat. Sie lebt im Berliner Norden und hat dort als Kindergärtnerin in Neukölln gearbeitet. Mittlerweile ist sie in Rente und fährt als leidenschaftliche Omi regelmäßig quer durch Deutschland um ihre Enkelkinder zu besuchen. 

Jan Tsien Beller ist deutsch-koreanischer Schauspieler, Pädagoge und fest am Kinder- und Jugendtheater an der Parkaue in Berlin beschäftigt.  

PD Dr. Jane Weiß hat eine DFG-Heisenbergstelle für „Rassismus- und Diskriminierungskritische Bildungsforschung mit dem Schwerpunkt Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja“ am Institut für Erziehungswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin inne. Sie arbeitet schwerpunktmäßig zu Fragen einer diskriminierungs- und rassismuskritischen (historischen) Bildungsforschung, zu transnationaler sozialistischer Bildungszusammenarbeit sowie communitybasierter Forschungsethik und Wissensproduktion. Sie engagiert sich in der IniRromnja, einem feministischen Zusammenschluss von Sintizze* und Romnja*, und im RomaniPhen Archiv, das aus der IniRomnja entstanden ist. 

Jeannette Vy Han Nguyễn ist vietnamesisch-deutsche Kulturpädagogin (M.A.) und angehende Kommunikationsdesignerin (B.A). Ihre Arbeiten fokussieren die Gestaltung von bedarfsorientierten Bildungsangeboten und Räumen mit und für marginalisierte Gruppen.  

Kerstin Martin wurde 1963 in der damaligen DDR geboren und sieht sich selbst als gebürtige Steinpleiserin (Steinpleis = Ortsteil von Werdau ;). Nach einer Ausbildung zur Stenografin und später Sekretärin studierte sie nebenher im Fernstudium bis zum Mauerfall 1989 Ökonomie und nach der Wende Betriebswirtschaftslehre. Seit 1990 arbeitet sie in der Werdauer Stadtverwaltung und engagiert sich nebenher im Werdauer Helfer:innenkreis, der Genossenschaft Natürlich & Unverpackt und singt im Zwickauer Sachsenring-Chor. Kerstin ist Mutter von zwei Kindern und lebt mittlerweile in Werdau-West. 

Lan Mi Lê ist Filmemacher:in, Performer:in, Kurator:in und interdisziplinäre Künstler:in. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Köln. Ihre Arbeit beschäftigt sich u.a. mit der Viet-Diaspora und erzählt intime Geschichten mit Film, Text, Archivmaterial, Animation und Skulptur. Seit 2021 entwickelte sie ihre filmische Arbeit an der Drehs Um Academy weiter, wo die Filme “Darkblue, how I feel” und “Motherland” entstanden. Neben ihrer filmischen Arbeit tanzt und performt sie seit über zehn Jahren in Hip Hop und Breaking. Seit 2018 ist sie ein Mitglied von Gems Crew e.V., einem queeren FLINTA*-Tanzkollektiv. Diese Erfahrungen fließen auch in ihre Arbeit als Kurator:in/space holder:in ein. Sie entwickelt Filmprogramme, einen selbstorganisierten Filmclub sowie Film- und Tanzfestivals. Ihre kuratorische Arbeit beschäftigt sich mit Community, queeren und postmigrantischen Perspektiven.  

Laura Coppens (geb. 1980 in Ostberlin) arbeitet an der Schnittstelle von Filmpraxis und Wissenschaft. Die Medienanthropologin promovierte an der Universität Zürich, forscht seit 2014 an der Universität Bern und leitet den Studiengang CAS Dokumentarfilm an der Hochschule der Künste Bern (HKB). Als Gründerin der Produktionsfirma Srikandi Films realisiert sie komplexe, gesellschaftspolitische Kinostoffe. Ihr Debüt Children of Srikandi feierte 2012 auf der Berlinale Premiere. Es folgten der mehrfach prämierte Dokumentarfilm Taste of Hope (2019) sowie ihr aktuelles, intimes Familienporträt Sedimente (2025), das unter anderem bei Visions du Réel ausgezeichnet wurde. Ihre Filme laufen weltweit auf Festivals. 

Loraine Blumenthal ist eine Dokumentarfilmerin aus Berlin mit langjähriger Erfahrung in der Filmproduktion. Ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm THE MAYOR’S RACE wurde auf über 30 internationalen Festivals gezeigt und mehrfach als “Bester Dokumentarfilm” ausgezeichnet. Als freie Producerin und Regisseurin arbeitet sie an Reportagen und Dokumentationen für öffentlich-rechtliche Sender wie Arte, ZDF, 3Sat und WDR. Ihr zweiter Film IM OSTEN WAS NEUES (ZDF – Kleines Fernsehspiel) wurde im Mai 2025 auf dem Dokfest München und dem MV Filmkunstfestival uraufgeführt. 

Mahmoud Dabdoub 1958 im Libanon geboren, kam 1981 nach Leipzig. Nach einem Sprachkurs am Herder-Institut studierte er von 1982 bis 1987 Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB). Seit 1987 arbeitet er als freiberuflicher Fotograf in seiner Wahlheimat Leipzig. Bekanntheit erlangte er vor allem als Chronist des DDR-Alltags in den 1980er-Jahren sowie der anschließenden Wende- und Umbruchzeit, die er uninszeniert mit der Kamera dokumentierte. Seine Arbeiten, die auch das Leben in palästinensischen Flüchtlingslagern beleuchten, werden kontinuierlich in Ausstellungen und Fotobänden (u. a. „Die Straße ist mein Atelier“) präsentiert. 

Maresa Nzinga Pinto ist in Thüringen geboren und aufgewachsen. Der Geschichte ihrer Familie auf der Spur begann sie sich mit kollektiver Erinnerung, Zugehörigkeit und Widerstand in verschiedenen (post-)kolonialen und (post-)sozialistischen Kontexten zu beschäftigen. In erinnerungskulturellen Projekten wie „Dekoloniale“ und „Kolonialismus erinnern“ forschte sie u.a. zu Kolonialgeschichte, Schwarzer Bewegungsgeschichte sowie zu Solidaritäten zwischen marginalisierten Communities. Neben einem Kurzfilm zu den Erfahrungen von mosambikanischen Vertragsarbeiterinnen in der DDR entwickelte sie verschiedene künstlerische Formate, die sich mit den Erinnerungen Schwarzer Menschen an die DDR auseinandersetzen. 2025 iniitierte sie das Community- Archiv-Projekt „Schwarze Geschichte(n) in Ostdeutschland.“ 

Massiamy Diaby ist eine freischaffende Künstlerin mit Wohnsitz in Berlin. Geboren in Frankfurt am Main, wuchs Massiamy auf der Ostseeinsel Poel, in Berlin und in Accra auf. Im Jahr 2020 schloss sie ihr Schauspielstudium an der Folkwang Universität der Künste in Essen ab. Sie arbeitet als Schauspielerin, entwickelt eigene Theaterperformances, realisiert Filmprojekte und schreibt Gedichte. Sie spielte u.a am Residenztheater München, am Theater Basel, am Theater Dortmund und am Deutschen Theater Berlin. Ihr Kurzfilm Poeler Luft wurde beispielsweise beim Afrika Film Festival in Köln und beim AfryKamera Festival in Warschau gezeigt. Massiamys Arbeiten zielen darauf ab, Machtstrukturen zu demontieren und politische Themen als emotionale Erfahrungen zu vermitteln.

Nguyễn Bạch Ngọc Angelika geboren 1961 in der DDR als Tochter einer deutschen Mutter und eines vietnamesischen Vaters, studierte in den 1980ern Filmwissenschaft an der Filmhochschule Potsdam, war bis 1990 tätig als Dramaturgin im DEFA-Spielfilmstudio, drehte 1991 den Dokumentarfilm „Bruderland ist abgebrannt“ über vietnamesische Menschen in Ostberlin, veröffentlichte autobiografische Essays, kuratiert Filmveranstaltungen mit vietdeutschen und osteuropäischen Perspektiven, schreibt über Ostdeutschland, Migration, Rassismus, rechte Gewalt, Filmgeschichte. Sie lebt in Berlin. 

Phạm Minh Đức arbeitet als bildender Künstler in den Bereichen Skulptur, Installation, Performance und bildbasierte Medien. In seiner recherchebasierten Praxis verbindet er persönliche und transkulturelle Geschichten mit Fragen von Migration, Arbeit, Fürsorge und Zugehörigkeit. Aufgewachsen im Erzgebirge und Vogtland, beschäftigt er sich insbesondere mit der Geschichte vietnamesischer Vertragsarbeiter in der ehemaligen DDR und deren Nachwirkungen. Seine Arbeiten wurden u.a. in der Kunsthalle Osnabrück, im Museum Utopie und Alltag Eisenhüttenstadt und bei Vietnam Art Collection Hanoi gezeigt. 

Nguyễn Phương Thanh auch Thain, ist Kommunikationsdesignerin. Geboren in Werdau (Sachsen) als Tochter ehemaliger vietnamesischer Vertragsarbeiter:innen, wuchs sie zwischen Plattenbauten, Tote Oma und Phở Bò auf und fand in Berlin ihre Wahlheimat. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Art Direction, Grafikdesign, Film, Animation und Brand Design. Dabei beschäftigt sie sich mit Identität und interkulturellen Perspektiven und entwickelt visuelle Erzählungen, die persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Fragen verbinden. Ihr Kurzfilm Sorge 87 feierte 2018 Premiere auf der DOK Leipzig und wurde international auf Festivals und Panels gezeigt und ausgezeichnet.

Nguyễn Phương Thúy verbrachte ihre Kindheit und Jugend in der Sorge, eine Neubausiedlung aka Platte in Werdau, wo ihre Eltern seit 1987 als Vertragsarbeiter:innen lebten. Ihre Heimat war eine große familiäre vietnamesische Community, aber auch die rechte Gewalt der sächsischen Provinz. Thúys Unwohlsein in einer ungerechten und gewaltvollen Welt haben sie zur politischen Bildung, und letztlich auch zur Kunst geführt. Thúy ist freie Forscher:in, Bildungsreferent:in, Kultur- und Filmschaffende. Sie hat 2016 die Werdauer Initiative gegen Rassismus (W.I.R.) mitgegründet. Außerdem ist sie Teil des Film- und Medienkollektivs „Spill the Ts“.

Phạm Thị Liên Hương wurde 1965 in Tuyên Quang/Vietnam geboren. Nach dem Schulabschluss ging sie zur Armee, bevor sie 1987 mit 22 Jahren in die DDR, nach Werdau kam. Als Näherin wurde sie bis zur Wende in der VEB Vogtland Moden Auerbach eingesetzt. In ihrer Freizeit entwarf und nähte sie Jeans und Blusen. Mit dem Ende der DDR kämpften sie und viele andere ehemalige Vertragsarbeiter:innen lange Jahre, um in Deutschland zu bleiben. Sie war erst selbstständig, und arbeitete danach in vielen unterschiedlichen Jobs und Branchen. Ihre Leidenschaften sind Mode, Yoga und Tanz. Sie liebt Orchideen und ihre Kinder zu bekochen.

Sarah Deichsel ist zweifach Mama, im Jahr 1991 geboren und in Berlin aufgewachsen. Sie wohnt mittlerweile in München und arbeitet dort als leidenschaftliche Ramp Agentin auf dem Flughafen München. 

Thomas „Eichi“ Eichstädt war fast 15 Jahre lang prägender Teil der gewalttätigen rechtsextremen Szene in Mecklenburg-Vorpommern. Aus Liebe zu seiner Familie gelang ihm der radikale Ausstieg. Heute engagiert sich der fünffache Vater als ehrenamtlicher Integrationshelfer in Torgelow. Als Trainer des Hobbyfußballvereins FC Pio bringt er junge Geflüchtete aus aller Welt zusammen und setzt ein starkes Zeichen gegen Rassismus.  

Trần Minh Phương Fungi ist eine in Hanoi/Vietnam geborene und in Deutschland aufgewachsene Fotografin, Performancekünstlerin, Kampfsportlerin und Poetin. Sie studierte Literatur und Linguistik in Potsdam und Fotografie in Berlin. Seit 2014 hat sie internationale Gruppen- und Einzelausstellungen im Bereich der Fotografie. In 2024 erhielt sie zusammen mit der Choreografin und Performancekünstlerin Dasniya Sommer die ada Tanzstudio Residenz. Sie ist eine mehrfache Gold- und Silbermedaillengewinnerin bei internationalen Brazilian Jiu-Jitsu(BJJ)-Turnieren und Mitglied im BJJ-Para-Team Deutschland. 2024 gewann sie die JJIF Brazilian Jiu-Jitsu Weltmeisterschaft. 

Tucké Royale (*1984 Quedlinburg) arbeitet als Autor, Regisseur, Dramaturg, Darsteller und Musiker in Spiel- als auch Dokumentarfilm, im Theater und Hörspielen. Royale ist Mitglied der European Film Academy, der Kooperative für Text & Regie, Mitinitiator der Kampagne #actout sowie der Initiative Studio Zeitz (AT) für ostdeutsche Perspektiven. Sein Spielfilm NEUBAU – ein Heimatfilm wurde u.a. mit dem Max–Ophüls–Preis, dem Preis der Deutschen Filmkritik und dem Braunschweiger Filmpreis ausgezeichnet. Seine Hörspiele Mit Dolores habt ihr nicht gerechnet – ein jüdisch–queeres Rachemusical und The Revolution Will Be Injected wurden Hörspiele des Monats. Momentan arbeitet er an seinem nächsten Spielfilm Alman hesabı – Getrennte Rechnung und einem Roman. 

Viktor Schimpf ist nomadischer Filmemacher, Autor, Regisseur und Künstler ohne festen Wohnsitz. In seinen Dokumentarfilmen beschäftigt er sich seit Jahren mit dem Thema „Bewegungsfreiheit“. Seine aktuelle Arbeit stellt die Frage, warum Menschen überhaupt die Bewegung anderer Menschen kontrollieren und beschränken dürfen – und wie freie Bewegung für alle Lebewesen möglich werden kann. Daneben gibt er Film-Workshops an Schulen und Universitäten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.   

Vũ Thị Hoàng Hà kam 1978 zum Germanistikstudium nach Leipzig und lebt seit 1987 in Magdeburg. Vor der Wende begleitete sie vietnamesische Vertragsarbeiter als Dolmetscherin und Betreuerin. Nach 1990 baute sie maßgeblich bleibende Strukturen für die Zivilgesellschaft in Sachsen-Anhalt auf: 1992 gründete sie eine der ersten Migrant:innenorganisationen in Ostdeutschland mit, den Deutsch-Vietnamesischen Freundschaftsverein Magdeburg, 1994 war sie Mitbegründerin des Flüchtlingsrates Sachsen-Anhalt. Heute ist sie beim Landesnetzwerk Migrantenorganisationen (LAMSA e.V.) tätig, engagiert sich im Beirat für Integration und Migration der Stadt Magdeburg und vermittelt ihre Erfahrungen als gefragte DDR-Zeitzeugin.