Festivalprogramm
Programm
Beim Filmfestival erwartet euch die Crème de la crème des ostdeutsch-postmigrantischen Kinos. Wir finden nämlich: Filme von Wessis über den Osten gibt es schon genug.
FILMPROGRAMM
Diese Juwelen haben es bei uns auf die Leinwand geschafft:
Pre-Opening: Alles gehört zu dir & Sedimente
Donnerstag, 8. Oktober 2026 | 18:00–21:00 | Eismanufaktur Capri
Im kleinen Kreis der geladenen Gäst:innen begrüßen wir euch mit Sedimente & Alles gehört zu dir. Mit großer Herzlichkeit laden uns die Regisseur:innen ein, am Familientisch Platz zu nehmen. Wir werden fast selbst zur Tochter, die die Stärke des Vaters bewundert oder zur Enkelin, die sich schon auf den nächsten Besuch beim lächelnden Opa freut. Wer ist mein Vater vor mir gewesen? Welche Entscheidungen hat mein Opa einst getroffen? Aus Opa und Vater werden auf einmal eine vollständige Person, zu der die Regisseur:innen eine neue Beziehung aufbauen. Wie die mutigen Regisseur:innen will auch das Festival einladen, ins Gespräch zu kommen und sich neu zu begegnen.
Alles gehört zu dir
von Hiền Nguyễn (13min, 2022)
Anders zu sein oder sich nicht zugehörig zu fühlen ist für Yến Nguyễn kein fremdes Gefühl. Mehr weiß sein, mehr deutsche Freund*innen haben. Aus ihrem neuen Leben in Oslo – 900 km entfernt von der Familie – begibt sie sich auf die Reise zurück zu ihren Wurzeln: Yếns Reise und Auseinandersetzung mit Selbstakzeptanz, Identität und Familie.
Sedimente
von Laura Coppens (81min, 2025)
Sedimente folgt den Spuren einer Familie und legt Schicht für Schicht die Verschränkungen zweier Diktaturen frei. Durch Gespräche der Filmemacherin mit ihrem Großvater beleuchtet der Film mehrere Epochen der deutschen Geschichte – den Nationalsozialismus, die DDR und die Nachwendezeit. Ein Film über Erinnern, Vergessen und persönliche Verantwortung in einer Diktatur.
Im Osten Was Neues
Freitag, 9. Oktober 2026 | 14:00–18:00 | Tuchfabrik
Nur zu gut kennen wir die vorherrschenden Zuschreibungen über den Osten, umso mehr wollen wir mal was Neues hören! Jenseits der Klischees lernen wir neue ostdeutsche Erzählungen kennen, in denen die Figuren ausgetretene Pfade verlassen. Sie stehen für Veränderung. Sie sind Figuren, die wir vielleicht noch nie gesehen haben und eigentlich längst gebraucht haben. Die Filme schlagen uns neue Entwürfe des Widerstands und des Zusammenhalts vor.
Diese Rubrik ist in zwei Blöcke eingeteilt. Den Anfang macht Neubau. Der Film nimmt uns in einen queeren Sommer voller endloser Felder mit. Neubau stellt die Frage „Soll ich gehen oder soll ich bleiben?“.
BLOCK I
Freitag, 9. Oktober 2026 | 14:00–16:00
Neubau
von Johannes M. Schmit (82min, 2020)
Sommer in der Brandenburger Provinz. Markus ist hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu seiner pflegebedürftigen Oma und der Sehnsucht nach einem anderen Leben in Berlin. In Tagträumen erscheint ihm immer häufiger eine Schar schillernder Dämonen als Vorboten einer queeren urbanen Wahlfamilie, die ihn aus seiner Einsamkeit befreit. Als er sich in Đức verliebt, wird alles noch komplizierter. Denn eigentlich stehen in Markus’ Neubauwohnung schon die gepackten Kisten für den Umzug in die große Stadt.
BLOCK II
Freitag, 9. Oktober 2026 | 16:00–18:00
Der zweite Block erzählt mit Brand & Im Osten was Neues von solidarischem Widerstand, Zusammenhalt und Neuanfängen. Sie geben den kleinen Momenten und einfühlsamen Gesten die große Leinwand. Wir sind nah dabei, wenn sich Menschen füreinander einsetzen.
Brand
von Alexander Lahl, Jan Koester (5min, 2019)
Als sich der Bürgermeister eines Dorfes in Sachsen-Anhalt für die Aufnahme von Flüchtlingen ausspricht, bricht eine Welle des Hasses über ihn und seine Familie herein.
Im Osten Was Neues
von Loraine Blumenthal (82min, 2025)
Wenn Fußballtrainer Thomas „Eichi“ Eichstädt mit seiner Mannschaft aus Torgelow bei Turnieren auftaucht, fallen sie sofort auf. Der große, kräftige Mann mit Glatze, Tattoos und einer Stimme, die über das ganze Feld hallt, trainiert vor allem Geflüchtete. Auf dem Rasen sind die jungen Erwachsenen ganz im Hier und Jetzt. Doch abseits des Spielfelds holen den 17-jährigen Asad und den Familienvater Thomas Bundu ihre Sehnsucht nach Heimat ein. Jobsuche, Rassismus und die Suche nach Zugehörigkeit sind für sie zusätzliche harte Lebensrealität. Für viele der Spieler ist „Eichi“ Bezugsperson und Freund, doch er blickt auf ein früheres, dunkles Leben als Rechtsextremist zurück.
Mit solidarischen Grüßen
Freitag, 9. Oktober 2026 | 18:30–21:00 | Tuchfabrik
Im Zuge der internationalistischen Außenpolitik der DDR kamen ausländische Studierende an die damalige Hochschule für Film und Fernsehen der DDR (HFF) “Konrad Wolf” (heute Filmuniversität Babelsberg). Nach einem Jahr Deutschkurs am renommierten Leipziger Herder–Institut begann sofort das Studium. In den Filmen laden uns die Studierenden ein, die DDR aus ihren Augen zu sehen. Gleichzeitig lernen wir auch über die Wünsche, die sie für ihr Heimatland haben. Was haben sie erwartet und was haben sie vorgefunden? Hatten sie Heimweh? Wollten sie gehen oder wollten sie bleiben? Das Festivalteam hat aus den Tiefen des Defa- und HFF–Archivs die Filme Institut der Freundschaft, Marhaba Rostock, Oyoyo und Adeus RDA für euch wieder ins Leben gerufen. Obwohl es sich um Archivfilme handelt, werfen ihre Beobachtungen und Fragen auf, die uns bis heute beschäftigen.
Institut der Freundschaft
von Heinz Fischer (19min, 1964)
Ein Student aus Ghana, der sich ein Jahr lang am Herder-Institut in Leipzig auf sein Fachstudium an einer Hochschule der DDR vorbereitete, erinnert sich noch einmal an die interessantesten Abschnitte des zurückliegenden Jahres.
Oyoyo
von Chetna Vora (47min, 1980)
In einem Studierendenwohnheim in Berlin-Karlshorst leben Studierende aus der Mongolischen Sowjetrepublik, Chile, Kuba, Guinea-Bissau und Bulgarien zusammen. Die indische Filmemacherin Chetna Vora sowie ihr Lebenspartner Lars Barthel geben uns mit ihrem Film Einblicke in das gemeinschaftliche Miteinander. Wir erfahren, wonach die Studierenden in der DDR suchen und wovon sie noch träumen.
Adeus RDA
von Pedro Pimenta (27min, 1991)
Anders als die anderen Filme dieser Rubrik entsteht Adeus RDA nicht im Rahmen der HFF Babelsberg. Für die Fernsehdokumentation sucht der mosambikanische Filmemacher Pedro Pimenta ehemalige Vertragsarbeiter:innen aus Mosambik auf. Sie erzählen sehr ehrlich von ihrem Leben in der DDR und ihrem Leben nach ihrer Rückkehr nach Mosambik. Die Dokumentation wurde vom britischen Sender Channel 4 beauftragt.
Marhaba Rostock
von Riad Ali Saad (19min, 1970)
Der Regisseur beobachtet den Hafen Rostocks und vergleicht ihn mit dem Hafen in Beirut. Die lebendige Sprecherstimme geht auf Details ein, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Häfen hervorheben. Durch seine Erzählung verdichtet sich, was der Regisseur an der DDR schätzt und was er an Beirut vermisst.
Zusammen erinnern, gemeinsam kämpfen
Samstag, 10. Oktober 2026 | 10:00–13:00 | Tuchfabrik
Auch die Geschichte der DDR ist eng mit der Geschichte der Juden*Jüdinnen und Sinti*zze und Rom*nja verbunden. Während die DDR sich als antifaschistisch verstand, blieb durch die weitere Reproduktion von Gadjé-Rassismus und Antisemitismus ein komplexes Spannungsfeld bestehen. In dieser Rubrik gehen wir den traditionsreichen Solidaritäten von Juden*Jüdinnen und Sinti*zze und Rom*nja nach. In Komm, wir fliegen übers Brandenburger Tor! erfahren wir mehr über jüdisches Leben und Mitwirken am Aufbau der DDR. Während Komm, wir fliegen übers Brandenburger Tor! in der Gegenwart verankert ist und in die Vergangenheit schaut, erhalten wir mit Sterne einen historischen Einblick. Er gilt als erster deutscher Film, der sich mit der Verantwortung der Deutschen im Holocaust auseinandersetzt. Gepaart mit seiner revolutionären Bildsprache gewinnt er die internationale Anerkennung und wird unter anderem mit der Goldenen Palme aus Cannes ausgezeichnet. Heutzutage ist er in Vergessenheit geraten. Umso mehr freuen wir uns, ihn hier zu präsentieren.
Im Filmgespräch schlagen wir die Brücke zur fehlenden Repräsentation von Sinti*zze und Rom*nja im Film und Medien, und schauen uns Beispiele aus der DDR an.
Komm, wir fliegen übers Brandenburger Tor!
von Esther Zimmering (33min, 2024)
In ihrem persönlichen Dokumentarfilm webt die Schauspielerin und Filmemacherin Esther Zimmering verschiedene Stimmen mehrerer Generationen jüdischer Familiengeschichte zusammen. In Gesprächen mit ihren Eltern, ihrer Tante und ihrem Bruder sowie anhand von Fotoalben erzählt sie von Flucht, Exil sowie der bewussten Rückkehr für den Aufbau eines sozialistischen Staates.
Sterne
von Konrad Wolf (92min, 1959)
Bulgarien 1943. Wehrmachts-Unteroffizier Walter ist in einer Kleinstadt stationiert und beaufsichtigt zivile, bulgarische Arbeiter einer Kfz-Werkstatt. Unweit entfernt werden griechische Jüdinnen*Juden für wenige Tage in einem Lager untergebracht. Sie sollen nach Auschwitz deportiert werden. Er lernt die Jüdin Ruth kennen, die ihn durch den Stacheldraht um Hilfe für eine Schwangere bittet. Walter nähert sich Ruth an, führt mit ihr Gespräche über Hoffnungen und Menschlichkeit und entwickelt Gefühle für sie.
Made in East Germany – Schwarze Perspektiven im Film
Samstag, 10. Oktober 2026 | 14:00–16:00 | Tuchfabrik
Abseits dominanter Repräsentationen Schwarzer Menschen in Filmen der DDR/Ostdeutschlands, macht Made in East Germany – Schwarze Perspektiven im Film gelebte Erfahrungen und selbstbestimmte Erzählungen von Widerstand, Empowerment und Intimität sichtbar: Von den vergessenen Geschichten Schwarzer Vertragsarbeitender, den Sehnsüchten und Zukunftsträumen ehemaliger Studierender der DDR, der kompromisslosen Abrechnung mit den rassistischen Verhältnissen damals und heute bis hin zu sensiblen Porträts emotionaler Beziehungen.
Auf das Screening folgt ein Sister Talk zwischen den beiden Kuratorinnen Massiamy Diaby und Maresa Nzinga Pinto. In dem Gespräch versuchen wir die Vielfältigkeit Schwarzer Perspektiven auf die DDR und Ostdeutschland, die in den Filmen sichtbar werden durch Archivmaterial aus staatlichen und privaten Archiven zu kontextualisieren. Wie definieren die Filme, was Schwarz und Ostdeutsch-sein bedeutet? Inwiefern ist eine gemeinsame Definition überhaupt möglich? Was bedeutet es für uns und wie haben sich die Perspektiven über die Jahrzehnte geändert?
Der Student aus Accra
von Donald M. Acquaye (12min, 1965)
Der Film zeigt am Beispiel eines Studenten die Solidarität der DDR mit afrikanischen Studierenden. (ÖA der DHfF, 1966).
Olingo
von Emile Itolo (11min, 1966)
Ein Schwarzer Student der Freien Universität Berlin sucht vergeblich ein Zimmer.
I was never really here
von Gabriel Bihina Arrahnio (23min, 2022)
Gespannt erwarten Sam (17, Deutsch-Ghanaer) und seine Mutter Rita die Ankunft ihrer alten Freundin Gifty und ihres Sohnes Kwesi (19, Ghanaer). Als Kwesi in Sams Leben tritt, beginnt dieser, sich in Kwesi zu verlieben und seine Identität zu hinterfragen. Doch ist ihre aufkeimende Verbindung durch den fehlenden Aufenthaltsstatus von Kwesi und Gifty bedroht, die bei Sams Mutter Hilfe sucht. Doch die Zeit rennt und Ritas Bemühungen können das Schlimmste nicht verhindern.
Black sisters in socialist ‚brother countries‘
von Maresa Nzinga Pinto (11min, 2025)
Zwischen den Hoffnungen der DDR-Zeit und den Herausforderungen nach der Wiedervereinigung eignen sich ehemalige Vertragsarbeiterinnen aus Mosambik ihre Geschichten an und fordern die Anerkennung ihrer Arbeit sowie die Auszahlung ihrer vorenthaltenen Löhne. Ihre Erinnerungen, ihr Aktivismus und ihre feministische Organisierung legen die Verflechtungen von Verschuldung, postkolonialer Abhängigkeit und die Kraft kollektiven Widerstands offen.
Poeler Luft
von Massiamy Diaby (23min, 2024)
In Poeler Luft kehrt Toni für einen Urlaub zurück an den Ort ihrer Kindheit: die Ostseeinsel Poel. Dabei wird sie mit ihrer von Rassismus geprägten Vergangenheit konfrontiert.
Wendepunkte
Samstag, 10. Oktober 2026 | 18:30–21:30 | Tuchfabrik
Mit Himmel wie Seide. Voller Orangen, Bruderland ist abgebrannt & Coming Out nehmen wir euch in ein Jahr klaffender Umbrüche mit. Wie geht es weiter? Für wen wendet sich was? Die Ungewissheit über die Zukunft ist existenziell. Manche bangen um die Ungewissheit ihrer Arbeit, andere bangen über die Ungewissheit ihres Aufenthalts. Bruderland ist abgebrannt fängt als einzigartiges Zeitzeug:innendokument die Perspektive der vietnamesischen Communities während der Wende ein. Er ist damit eines der wenigen filmischen Werke, das einer migrantischen Sicht auf die Wende Raum gibt.
Nach beharrlicher Überzeugungskraft feiert der preisgekrönte Film Coming Out 1989 seine Premiere. Der Andrang ist so groß, dass er zweimal am selben Abend vorgeführt wird. Er gilt als der erste und einzige Film der DDR, der Homosexualität prominent aufgreift. Die Geschichte seiner Premiere ist auf eine Art mit dem Mauerfall verbunden, die selbst einem Film ähnelt.
Himmel wie Seide. Voller Orangen
von Betina Kuntzsch (10min, 2024)
Im Frühling 1990 – zwischen Mauerfall und Deutscher Einheit – fliegen die ersten Noch-DDR-Bürger:innen nach Mallorca. Mallorca ist ein Sehnsuchtsort für viele Ostdeutsche, bekannt von den bunten Postkarten der Westverwandten. Auf einmal scheint alles möglich.
Bruderland ist abgebrannt
von Angelika Nguyễn (28min, 1991)
In ihrem Dokumentarfilm begleitet Angelika Nguyễn vietnamesische Vertragsarbeiter:innen in Ost-Berlin während der Umbruchszeit nach dem Mauerfall. Mit dem Ende der DDR verlieren viele von ihnen Arbeit und Unterkunft und sind zunehmend rassistischer Ausgrenzung und Gewalt ausgesetzt. Der Film ist eines der wenigen Zeitzeug:innendokumente, der die unwürdigen Lebensbedingungen und den Rassismus der Zeit aufgreift. Besonders aussagekräftige Szenen wurden am Flughafen Schönefeld gedreht.
Coming Out
von Heiner Carow (113min, 1989)
Philipp ist ein beliebter und engagierter Lehrer an seiner Schule. Mit seiner Kollegin Tanja geht er eine Beziehung ein. Als Philipp seinen Schulfreund Jakob wiedertrifft, erinnert er sich an frühere gegenseitige Zuneigungen. In seinen Empfindungen und Gefühlen verunsichert, lernt er in einer queeren Kneipe Matthias kennen und verliebt sich in ihn. Welche Konsequenzen hat diese Liebe für Philipps Berufs- und Privatleben?
“Es wurden Arbeiter gerufen, doch es kamen Menschen an” – Việt-ostdeutsche Generationen im Gespräch
Sonntag, 11. Oktober 2026 | 12:30–15:00 | Tuchfabrik
Die vietnamesische Community ist heute kaum wegzudenken aus Werdau und anderen ostdeutschen Städten und Gemeinden. Unsere Kurzfilme sind eine persönliche Einladung, einander wirklich kennenzulernen: Mama, Papa, wer wart ihr, bevor wir da waren? Wer sind wir heute? Sie sind ein Versuch, Verbindung aufzubauen – miteinander zu reden, uns einander zu zeigen, um einander zu verstehen. Denn wir sind mehr als ehemalige Vertragsarbeiter:innen, ihre Kinder und ihre Eltern. Heute erzählen wir selbst unsere Geschichte/n.
Meine Erlebnisse
von Nguyễn Lương Đức (20min, 1962)
Der Film ist ein Porträt über einen vietnamesischen Studenten der an der Deutschen Hochschule für Filmkunst (DHFK) in der DDR studiert. Mit Bildern aus Berlin, Flughafen Berlin-Schönefeld, Stalinallee; Leipzig, Hauptbahnhof, sowie aus dem Vietnamkrieg.
Sorge 87
von Nguyễn Phương Thanh, Nguyễn Phương Thúy (11min, 2018)
Die Sorge ist der Ort, den wir nie vergessen werden. Der Ort, an dem unsere Eltern Fuß fassten – als Vertragsarbeiter*innen in der DDR. In ihrer neuen, zweiten Heimat. Eine Heimat, die auch zu unserer wurde. Bei einem Kaffeekränzchen erinnern wir uns mit ihnen, sowie ihrem ehemaligen Heimleiter und seiner Frau an vergangene Zeiten.
-ein Film aus Werdau
Think of something beautiful
von Võ Thị Mai Trang, Nadja Ißler (23min, 2023)
Fungi schreibt Gedichte, trainiert in der MMA-Profiliga und fotografiert. Ihre Freiheit steht im Gegensatz zum Leben ihrer Mutter, die in ihrem eigenen Laden in Sachsen-Anhalt arbeitet. Trotz ihrer Unterschiede kommen sie zusammen, indem sie einander in die Welt der anderen einladen: Fungi verlässt die Vertrautheit des Gyms, um zu lernen, wie ihre Mutter Frühlingsrollen macht. Die Mutter tauscht ihren Platz hinter der Kasse gegen einen Platz vor der Kamera ihrer Tochter.
Zuhause ist dort, wo die Sternfrüchte sauer sind
von Nguyễn Huy (24min, 2023)
In Huys Familie gibt es viele unausgesprochene Dinge. Warum wurde kaum darüber gesprochen, wie sehr die Migrationsgeschichte seiner Eltern die verschiedenen Generationen geprägt hat? Wieso ist das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern so kompliziert? Gibt es überhaupt eine gemeinsame Geschichte? Und wo ist die eigene Identität verortet? Antworten auf diese Fragen sucht Huy bei seinen Großeltern in Vietnam. Dort filmt er die gemeinsamen Tagesabläufe, Mahlzeiten und Gespräche. Dadurch, dass er eine enge Beziehung zu ihnen aufbaut, versucht er auch seinen Eltern näher zu kommen.
Vom Suchen und Finden: The Homes We Carry
Sonntag, 11. Oktober 2026 | 15.30–17.30 Uhr | Tuchfabrik
Mit The Homes We Carry verabschieden wir uns mit einer einfühlsamen Familiengeschichte. Während die mosambikanischen Vertragsarbeiter:innen in der DDR ein neues Zuhause gefunden hatten und teilweise Familien gegründet haben, bleibt nach der Wende die Frage, wie der Weg der „madgermanes“ weiterging. Was bedeutet die Auflösung des sozialistisch internationalistischen Systems für interkulturelle Familien? Wer ist verantwortlich für die Schulden eines Staats, den es nicht mehr gibt? Wie können einzelne Menschen in Verbindung treten, wo internationale Systeme Zerrissenheit verursacht haben? Der Film wirft einen Blick auf mehrere Generationen, die über Grenzen hinweg, ihrer Sehnsucht nach Verbindung und Identität nachgehen. Politische Umstände und Familiensituation sind hier eng verknüpft und zeigen, wie Geschichte sich wiederholt oder wo Menschen im Einzelnen aus ihrer Geschichte ausbrechen. Wo sehen wir in unserer eigenen Geschichte Wiederholungen und wie begegnen wir diesen?
The Homes We Carry
von Brenda Akele Jorde (89min, 2022)
The Homes We Carry zeichnet das Porträt einer von den Wirrungen der Weltgeschichte zerrissenen Familie zwischen Deutschland, Mosambik und Südafrika. Im Zentrum steht die afrodeutsche Sarah. Sie will ihrer Tochter Luana Beziehungen ermöglichen, die ihr als Kind fehlten. Deshalb reist sie mit ihr ins Südliche Afrika, wo ihr eigener Vater und der Kindsvater auf sie warten. Währenddessen erinnert sich Sarahs Vater Eulidio an die fast vergessene Geschichte der mosambikanischen DDR-Vertragsarbeiter.
RAHMENPROGRAMM
Neben dem gemeinsamen Filmeschauen erwartet euch ein Potpourri an Workshops, Gesprächsrunden, Konzerten und anderen musikalischen Freuden.
Warm-Up Screening im Autokino Langenhessen und Alter Gasometer Zwickau
tbd
Kinder-Animationsworkshop “Wurzelkinder. Heroes of Resistance”
Teil 1 | Samstag, 10. Oktober 2026 | 10:00–17:00 | Raum: wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Teil 2 | Sonntag, 11. Oktober 2026 | 10:00–17:00 | Raum: wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Im Stop-Motion-Filmworkshop werden unbewegliche Objekte – Knete, Spielzeugfiguren oder Papierfiguren – durch Einzelbildschaltung zum Leben erweckt. Der Workshop wird angeleitet durch [who?] und findet 2,5 Tage über den gesamten Festivalzeitraum hinweg statt. Die Ergebnisse werden am Ende des Festivals präsentiert.
Alter der Teilnehmenden: 8–12 Jahre
Begrenzte Plätze:
Anmeldung via Instagram @filmfestkinocentral oder per Mail: w-i-r@posteo.de
Master Class “Unkonventionelle Filmkarrierewege”
tbd
Radio-Show & Gesprächsrunde
Warum unsere p/ost-migrantischen Geschichten wichtig sind
Samstag, 10. Oktober 2026 | 16:30–18:00 | Tuchfabrik
Bei einer Fishbowl-Diskussion diskutiert eine kleine Runde im„Goldfischglas“ aktiv über ein Thema. Ein Stuhl bleibt jedoch frei und lädt das Publikum ein, sich aktiv am Gespräch zu beteiligen. Die Diskussion wird als Live-Radioshow von der Initiative Postmigrantisches Radio von Radio CORAX aus Halle begleitet.
Filmworkshop “Selbstbestimmt Geschichten erzählen”
Teil 1 | Samstag, 10. Oktober 2026 | 11:00–16:00| Raum: wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Teil 2 | Sonntag, 11. Oktober 2026 | 10:30–15:30 | Raum: wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Filme als Spiegel der Gesellschaft: Der Filmvermittlungsworkshop richtet sich explizit an Menschen, die bislang nichts mit Film zu tun hatten und lernen möchten, sich mithilfe von Bewegtbild auszudrücken.
Begrenzte Plätze:
Anmeldung via Instagram @filmfestkinocentral oder per Mail: w-i-r@posteo.de
Interkulturelles Frühstück
Sonntag, 11. Oktober 2026 | 10:00–12:00 | Tuchfabrik
Wo Liebe den Tisch deckt, schmeckt das Essen am besten: Ein Buffet mit Beiträgen aus verschiedenen Werdauer Communities lädt zum gemeinsamen Schmausen und Schwatzen ein.
ABENDPROGRAMM
Neben dem gemeinsamen Filmeschauen erwartet euch ein Potpourri an Workshops, Gesprächsrunden, Konzerten und anderen musikalischen Freuden.
Freitag, 9. Oktober 2026
Eröffnungsgala
21:15–0:00 | Tuchfabrik
Nach den Filmen ist vor dem Feiern: Die Eröffnungsgala lädt alle Gäst:innen und Besucher:innen dazu ein, bei einem kleinen Imbiss zusammenzukommen und gemeinsam ins Festival zu starten. Nach einem Grußwort der Veranstalterinnen, musikalischen Darbietungen wie einer Performance vom Câu Lạc Bộ Vui Khỏe – Vietnamesischer Glücklich&Gesund Club und einem Konzert der Band Dresdner Brüder, lässt DJ y.soni den Abend mit housigen Beats ausklingen.
Samstag, 10. Oktober 2026
Saturday Night Fever in Werdau: Endlich geht mal was!
21:15–0:00 | Tuchfabrik
Köpfe und Herzen sind voll nach zwei Tagen Filme und Filmgesprächen, deswegen haben wir euch die Crème de la crème an Bühnenprogramm für den Samstagabend zusammengestellt. Während am ersten Abend vor allem die erste Generation zum Zuge kam, übernimmt am zweiten Abend die zweite Generation die Bühne. Another Nguyen und Adama sind unsere dekadenten Vorspeisen. Die Hauptspeise werdet ihr selbst sein! Bühne frei: ob ein paar freshe Bars spitten, oder ein Gedicht, was euch auf der Seele brennt, eine spontane Tanzeinlage, ein Spiel mit dem Publikum, oder einfach euer Lieblings- Karaokesong trellern – the stage is yours!
Schreibt uns gern vorher, wenn ihr was vorhabt, aber Spontaneinlagen sind auch herzlichst willkommen 🙂
Zum Verdauen shaken wir am Ende des Abends zusammen zu feintselektierten Afrobeats vom AfroTech Kollektiv aus Halle.
Sonntag, 11. Oktober 2026
Abschlussveranstaltung
18:00–20:00 | Tuchfabrik
Seid dabei, wenn wir am Sonntag gemeinsam auf vier Tage Festival zurückblicken. Lasst euch das Abschluss-Buffet schmecken, während ihr die Früchte der Film-Workshops bestaunt und gespannt des Gewinnerfilms bei der Preisverleihung harrt.
Abschließend dürfen wir noch einmal den rhythmischen Schritten des Câu Lạc Bộ Vui Khỏe – Glücklich&Gesund Club folgen, bevor wir mit vollen Herzen und warmen Gedanken uns tänzelnd auf den Heimweg machen.



